Die neue Tierschutzhundeverordnung: Kontrollierte Hundezucht ist keine Qualzucht!? Echt jetzt?
Von Ralph Rückert, Tierarzt, und Johanne Bernick, Tierärztin
Obwohl die neue Tierschutzhundeverordnung bereits zum Jahreswechsel in Kraft gesetzt wurde und ihr Inhalt dem Verband für das Deutsche Hundewesen VDH und seinen angeschlossenen Rassehundevereinen schon lange zuvor bekannt gewesen sein dürfte, war das Entsetzen grenzenlos, als das Veterinäramt Erfurt für die ebendort Anfang Mai stattfindende Hundeshow auf dieser Verordnung basierende und weitreichende Zulassungsbeschränkungen verfügte und auch durchsetzte. Von ursprünglich 4000 Anmeldungen wurden 2400 schon im Vorfeld wegen dieser Anordnungen wieder zurückgezogen.
Man war wohl seitens des VDH und seiner Vereine von einem „Wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, von einer Fortsetzung des Status quo bei weiterhin bestehendem gesellschaftlichem und politischem Desinteresse an den durch die vereinsorganisierte Hundezucht zu verantwortenden Fehlentwicklungen (man könnte auch sagen: Sauereien!) ausgegangen. Diese Erwartung wurde bitter enttäuscht. Entsprechend groß ist natürlich nun die Aufregung.
