Das Ende der Hunderassen und der vereinsorganisierten Hundezucht – Teil 1: Die Grundlagen

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Nach einer urlaubsbedingten Pause müssen wir uns jetzt einem für alle Hundebesitzer:innen immens wichtigen Thema widmen, das gerade deutlich an Aktualität gewonnen hat. Aber, eine Warnung vorab: Die Sache ist durchaus komplex und rein gar nichts für Leute, die nur noch auf Überschriften reagieren und bestenfalls eindimensional denken können. Wir müssen in diesem ersten von zwei Teilen wirklich Grundlagen für das Verständnis schaffen. Obwohl das Thema – wie gesagt – eigentlich alle Leute betrifft, die Hunde mögen und welche halten, sollten diejenigen, die sich schon bei dieser Ankündigung überfordert fühlen, hier gleich wieder aussteigen. Ich werde auf Social Media keine Kommentare akzeptieren, die klar erkennen lassen, dass man sich mit den angebotenen Informationen überhaupt nicht auseinandergesetzt hat.

Vor ein paar Tagen hat mein vor allem auf YouTube aktiver Kollege Dr. Karim Montasser den folgenden Beitrag mit dem Titel „Wie Zuchtverbände über Hunde denken“ veröffentlicht, und den müssen Sie jetzt anschauen, und zwar komplett, wenn das mit dem Legen der Grundlagen was werden soll:

https://www.youtube.com/watch?v=SYLW-isyjU4

So, wie man unschwer erkennen kann, ist mein Kollege von dem ganzen Vorgang ganz schön angefasst. Mir geht es ganz genau so! Auch ich bin bestürzt, entsetzt, beschämt und was sonst noch alles, dass einige meiner Helden der Tiermedizin (ich bin bzw. war zum Beispiel ein hemmungsloser Fan Boy von Prof. Volk) sich für diese in meinen Augen filzig-schräge Sache haben gewinnen lassen.

Aber gleich weiter mit den Grundlagen: Es geht Karim Montasser um diese Leitlinie zur Dackelzucht, eines der ersten Arbeitsergebnisse der Taskforce. Und ja, Sie müssen das jetzt lesen:

https://www.tgh-hundegesundheit.de/2026/04/02/chondrodysplasie-chondrodystrophie/

Nun kann man versuchen, den Kollegen Montasser schnell abzutun, indem man ihn als YouTube-Clickbaiter darstellt, der hier mal wieder lauthals „Skandal“ schreit, ohne dass da einer wäre. Er erwähnt aber im Video ganz prominent, dass es so einfach eben nicht ist, weil sich eine Gruppe anderer Kolleginnen und Kollegen um Prof. Achim Gruber inzwischen mit einer sehr ausführlichen und meiner Meinung nach sehr gut begründeten Kritik an dieser „Leitlinie“ gemeldet hat, und dieser Gruppe gehören halt tatsächlich im Gegensatz zur Taskforce auch Fachtierärzt:innen für Tierschutz an. Das ist jetzt in Sachen Grundlagen zu diesem Vorgang das absolut dickste Brett. Sehr viel Text! Trotzdem auch hier wieder: Sie müssen es lesen, wenn Sie das alles in seiner Tragweite verstehen und mitreden wollen:

https://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/zfg/we12/_inhaltselemente/startseite/Rasseerhalt-vs_-Tiergesundheit_Offener-Brief_Tieraerzteschaft_01_07_26-.pdf?fbclid=PAdGRleAS7JrhwZG9mAmV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDzEyNDAyNDU3NDI4NzQxNAABp0AQ6Z_zT9oJrdso8qvfBBL3_OR2_AzZk8ApuBZ0dFKIKQOf1Zx2xnwIYNso_aem_30UQw0T9_wsArwm6ITJHgQ

So, geschafft? Damit hätten wir das Wichtigste hinter uns. Ich möchte betonen, dass ich diesen offenen Brief für extrem wichtig halte und ihn so auch unterschreiben würde.

Abschließend noch ein Instagram-Clip, den Kollegin Dr. Mariana Peer (Fachtierärztin für Öffentliches Veterinärwesen und Fachtierärztin für Tierschutz), eine der Verfasserinnen des offenen Briefes, veröffentlicht hat:

https://www.instagram.com/p/DacCex0M114/

Das war’s mit den Grundlagen! Warum halte ich diesen Vorgang für so wichtig? Weil ich glaube bzw. sogar davon überzeugt bin, dass er (wie im Titel schon angedeutet) den Anfang vom Ende der vereinsorganisierten Hundezucht und des Rassebegriffes bedeuten könnte. Warum ich das meine, werde ich im zweiten Teil der Serie genauer ausführen.

Bleiben Sie mir gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

Übrigens und falls das nicht klar sein sollte: Dieser Text wurde von einem Menschen, also von mir geschrieben, nicht von irgendeiner Bullshit-KI! Nur die Illustrationen mancher Artikel sind KI-generiert.

© Ralph Rückert

Sie können jederzeit und ohne ausdrückliche Erlaubnis auf diesen Artikel verlinken oder ihn auf Facebook teilen. Jegliche (auch teilweise) Vervielfältigung oder Nachveröffentlichung, ob in elektronischer Form oder im Druck, ist untersagt und kann allenfalls ausnahmsweise mit schriftlich eingeholtem Einverständnis erfolgen. Zuwiderhandlungen werden juristisch verfolgt. Genehmigte Nachveröffentlichungen müssen den jeweiligen Artikel völlig unverändert lassen, also ohne Weglassungen, Hinzufügungen oder Hervorhebungen. Eine Umwandlung in andere Dateiformate wie PDF ist nicht gestattet. In Printmedien sind dem Artikel die vollständigen Quellenangaben inkl. meiner Homepage beizufügen, bei Online-Nachveröffentlichung ist zusätzlich ein anklickbarer Link auf meine Homepage oder den Original-Artikel im Blog nötig.

Nach oben scrollen